Montag, 20. Juni 2016

Anton Yelchin



Seine Worte „I can do it, I can do it“ und „Ensign Authorization code: nine-five-wictor-wictor-two!“ werde ich wohl immer im Gedächtnis haben. Star Trek 2009 hat Anton Yelchin als Pavel Chekov bekannt gemacht. Er hat einem in meinen Augen doch manchmal farblosem Charakter viel Leben und Energie eingehaucht.  

Anton Yelchin ist gestern bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen, mit nur 27 Jahren. Jetzt ist er wohl auch in der traurigen Riege der 27er angekommen. Laut Wikipedia geht es zwar da nur um Musiker, die im Alter von 27 Jahren gestorben sind, diese vor allem unter Drogeneinfluss, aber für mich zählt Anton Yelchin jetzt auch dazu. Leider …

Unter den vielen Beileidsbekundungen auf Facebook und Twitter ist mir wieder mal eine besonders aufgefallen. Der Mann, der sehr emotional die richtigen Worte findet: Zachary Quinto!



Schon beim Tod von Leonard Nimoy musste ich bei seinem Tweet „My heart is broken“ ganz gewaltig schlucken und mit den Tränen kämpfen und gestern Abend ging es mir wieder so. Quinto bezeichnet ihn als sehr talentiert und das kann ich nur unterschreiben. Ich denke, Anton Yelchin stand eine große Karriere bevor. Erst kürzlich kam der Film „Green Room“ in die Kinos, in dem er an der Seite des großartigen Sir Patrick Stewart spielen durfte. Dieser Film hat beste Kritiken bekommen und hätte ein Meilenstein in seiner Karriere werden können. Aber es sollte wohl nicht sein, denn das Schicksal hatte andere Pläne mit unserem kleinen Pavel Chekov.

Bisher war Anton Yelchin hauptsächlich in Fan-Kreisen des Star Trek Universums bekannt, umso mehr finde ich es sehr berührend, dass viele deutsche Medien wie Focus, Süddeutsche, Die Welt, die FAZ, natürlich Serienjunkies und der Stern gestern sofort die Meldung gebracht haben, wogegen es Genre-Seiten gibt, die das wohl bisher verschlafen haben.

Am 21. Juli kommt Star Trek: Beyond in unsere Kinos und ich bin mir sicher, dass seine Kollegen und seine Fans hier Anton Yelchin besonders gedenken. Für die Kollegen wird es sicher nicht einfach werden, hier Premiere zu feiern mit dem Gedanken, dass er nicht mehr bei ihnen ist. Bei mir ist es oft so, dass ich nach einem überraschenden und tragischen Tod eines Lieblingsschauspielers lange keine der Filme dazu mehr anschauen kann. Bei Heath Ledger dauerte das zwei Jahre. Hier reiße ich mich aber zusammen und gehe zur Premiere ins Kino. Vor allem werde ich mir den Film im englischen Original anschauen, denn Anton Yelchins Stimme mit dem russischen Akzent ist einfach nur genial.

Christopher Pike: Russian whizkid, what's your name? Chanko? Cherpov?
Pavel Chekov: Ensign Chekov, Pavel Andreievich, Sir.

Leonard 'Bones' McCoy: Wait a minute, kid. How old are you?
Pavel Chekov: Seventeen, Sir.



R.I.P. Anton „Pavel Andreievich Chekov“ Yelchin

Fotos: Paramount, Zachary Quinto Facebook
Zitate: IMdB




Dienstag, 14. Juni 2016

Gardening

Ich sage gerne „Gardening“ oder auf bayerisch „Garteln“, weil der Garten für mich keine Arbeit, sondern mein liebstes Hobby ist. Seit ich nicht mehr berufstätig bin, habe ich auch genug Zeit, mich ausgiebig darum zu kümmern.
Rasen mähen, Sträucher zuschneiden, Blumen pflanzen, Rosen pflegen. Ich hätte nie gedacht, dass Rosen mal zu meinen Lieblingsblumen werden würden.
Wenn ich am Computer sitze, das geschieht meist nur abends oder wie heute bei schlechtem Wetter, dann surfe ich auf meinen Lieblingsgartenseiten wie Mein schöner Garten, Gartentipps von und für Hobbygärtner oder Querbeet rum und hole mir dort Anregungen und Tipps.

Blick auf die Terrasse
Je mehr desto besser

















Ich habe meinen Garten ja schon lange, aber vor ein paar Jahren wurde die Geschichte des Gartens neu geschrieben:
2013 musste ich den Garten total verwildern lassen, weil ich nach 2 Operationen den ganzen Sommer Arbeitsverbot hatte. Entsprechend sah er auch aus. Der Rasen wurde insgesamt nur 5 Mal gemäht und die Sträucher einmal grob mit der Heckenschere zugeschnitten. Sonst passierte gar nichts.



vorher
nachher

















Ab 2014, als ich wieder fit genug für den Garten war, habe ich richtig zugeschlagen. Schon im Februar holte ich mir Hilfe, um den Wilden Wein, der fast meinen ganzen Balkon eingenommen hatte, zu bändigen bzw. das meiste davon zu entfernen, die Obstbäume zuzuschneiden und in tagelanger Aktion alle Sträucher am Zaun entlang wieder in Form zu bringen. Dazu sägte ich selbst einige Bäume ab, die zu nah am Haus waren und es dadurch in Küche und Esszimmer zu dunkel geworden war. Einen Baumstumpf ließ ich stehen, mit dem Plan, hierauf eine Pflanzschale zu stellen.
Damit stand das Grundgerüst wieder und ich konnte den Rasen wieder zum Leben erwecken. Ich war erst mal zufrieden.

Baum abgeschnitten
Baumstumpf verschönert






















2015 ging es dann weiter:
Ich bekam zwei alte Steintröge, von denen ich einen unter den Brunnen stellte. Er dient als Wasservorrat zum gießen und natürlich als Vogeltränke. Der Baumstumpf bekam eine Granitplatte und Blumendeko oben drauf. Zwei hässliche Betonsäulen beim Gartenzaun bekamen ebenfalls Pflanzschalen. Jeder Blumentopf, den ich finden konnte, wurde bepflanzt usw.

Steintrog bepflanzt und mit Solarkugeln
Auch als Vogeltränke genutzt

















In diesem Jahr gab es die bisher für mich tollsten Änderungen:
Die Terrassenmauer bekam einen riesigen Blumenkasten Marke Eigenbau mit 5,50 m Länge, der mit Teichfolie ausgekleidet wurde und die Heimat verschiedenster Kräuter wurde. Auch der Balkon bekam einen Blumenkasten, dieser ist ca. 8,5 m lang und hier habe ich Geranien eingesetzt, die aber noch zu voller Pracht wachsen müssen. Das Wetter hierfür ist ja eher suboptimal. Außerdem habe ich dort noch vier Kletterpflanzen mit tollen Blüten angebracht, die jetzt bis zum Dach wachsen können.

Der Kräutergarten direkt auf der Terrasse
Die Balkonbepflanzung





















Dann habe ich den Bereich bei der Haustür verschönt. Dort gibt es jetzt eine Bank und jede Menge Blumentöpfe und Schalen. Alles blüht und ist ein richtig toller Eyecatcher geworden.



Sehr am Herzen liegen mir auch Rosen, die mir gar nicht allein gehören. Sie befinden sich gegenüber unserer Garagen an der Zufahrt, also auf einem Grundstück, das mehrere Eigentümer hat, mit gemeinsamem Nutzungsrecht. Früher hat sich meine Mutter darum gekümmert, aber mit ihren mittlerweile 92 Jahren kann sie das nicht mehr. Darum habe ich mich schon letztes Jahr ihrer angenommen und langsam sieht man auch die Ergebnisse guter Pflege. Sie blühen mittlerweile wunderschön.

Gegenüber Garagen und am Zaun zum Nachbarn
Die Lieblingsrosen meiner Mutter





















Neu dazugekommen ist auch ein Rosenbogen. Stephie hatte die super Idee dazu. Ich habe das Ding im Winter gekauft und im Frühjahr wurde der Bogen dann einbetoniert. Mittlerweile ranken sich zwei Rosenstöcke langsam hoch und die ersten Blüten sind auch schon da. Ich hoffe ja, dass er spätestens nächstes Jahr komplett von den Rosen umschlossen sein wird.

Der Rosenbogen
Und hier die ersten Blüten
























Im Garten gibt es immer was zu tun und das ist auch gut so. Sträucher schneiden, Rosen pflegen, Unkraut entfernen, Pflanzen zuschneiden, damit sie nicht alles überwuchern, sollte mal die Sonne scheinen … auch gießen, düngen, und dann gibt es auch noch den Gemüsegarten mit Tomaten, Paprika, Zucchini, Erbsen, Karotten, Erdbeeren, Radieschen und und und … also langweilig wird mir trotz „Rentnerdasein“ ganz bestimmt nicht.


Lilien, eben aufgeblüht
Ich liebe Rosen 





















Nelken
Hat auch überwintert























Ich bin schon gespannt wie sich mein Garten weiter entwickeln wird und was mir da noch alles einfallen wird. Der Fantasie und Kreativität sind ja hier kaum Grenzen gesetzt – außer durch den Gartenzaun.

Autor: Brigitte
Fotos: Brigitte



Sinn und Sinnlichkeit

aka Alan Rickman sah nie besser aus und Hugh Grant hatte 90 Minuten lang einen Stock verschluckt

 Bild: imago/EntertainmentPictures

Jane Austen war hier in Hochform, denn noch besser hätte man das Leben und die Menschen um 1800 kaum beschreiben können.
Gier, Intrigen, Lügen, Liebe, Schicksale und natürlich, wie es damals halt war: Geerbt haben nur die Söhne, Töchter durften zwar nicht arbeiten, aber sie erbten auch nichts. Sie hatten nur die Möglichkeit, zu heiraten, damit sie etwas zum Leben, zu Essen, ein Zuhause hatten. Naja, wenn sie Glück hatten, bekamen sie Unterhalt vom Erben, solange das ein intrigantes Miststück nicht zu verhindern wusste. Also alles nicht so einfach.
Zum Überleben gehörte wohl auch – zumindest für manche Töchter – eine gewisse Raffinesse. Unter dem Deckmantel der Freundlichkeit und gesuchter Freundschaft wurde intrigiert, was das Zeug hielt, nur damit es mit der Ehe und dem versorgt sein auch wirklich klappen könnte. Da kann man sich so richtig schön aufregen, mitleiden, mitfiebern und auf ein hoffentlich gutes Ende für alle Beteiligten hoffen.

Sehenswert ist auch die Kleidung, vor allem bei den Männern mit ihren schicken Uniformen. Das ist schon was anderes als heutzutage zum Beispiel schlecht sitzende Jeans, die bis zu den Knien durchhängen. Und die tollen Hüte …

Ich finde ja immer toll, wie damals die Feste gefeiert wurden. Wunderschöne Musik, und die Tänze, das hatte Stil und Eleganz. Und vor allem war es nicht so laut, sodass Unterhaltungen, die ja ein Großteil dieser Festlichkeiten ausgemacht haben, immer möglich waren.

Da wünscht man sich doch in diese Zeit zurück, wenn nur nicht die Sache mit dem nicht arbeiten dürfen und heiraten müssen wäre.

Die Filmadaption von 1995, für die die großartige Emma Thompson, die auch eine der Hauptrollen spielte, den Oscar für die beste Drehbuchadaption bekam, zählt zu meinen persönlichen 10 Lieblingsfilmen. Hier passt einfach alles! Naja außer Hugh Grant, den ich eher amüsant finde, weil er sich in seinem Kostüm als Edward Ferrars sichtlich unwohl fühlte. Lieber Hugh Grant, lass dir das doch bitte nicht immer so anmerken.

Bild: Columbia Pictures

Alan Rickman als Colonel Christopher Brandon (was für ein Name, fast so schön wie Brandon Flowers) sah nie besser aus, Kate Winslet als Marianne Dashwood war einfach nur zauberhaft und man konnte so schön mit ihr mitleiden. Hugh „Dr. House“ Laurie war mit Baby im Arm bzw. mit beiden Armen weit von sich gestreckt, oder ständig quasselnder Ehefrau einfach nur herrlich.

Und dann die Namen der ganzen Charaktere, so schön britisch: Elinor Dashwood, Marianne Dashwood, Edward Ferras, Colonel Christopher Brandon, Sir John Middleton, Mrs. Jennings, Lucy Steele, Thomas Palmer und John Willoughby – sie passen einfach perfekt zur Story und …

… wisst ihr was? Ich schreibe jetzt nicht weiter, weil ich jetzt einfach den Film schauen muss!


Autor: Brigitte




Sonntag, 12. Juni 2016

William Shatner: Leonard

Leonard: My Fifty-Year Friendship with a Remarkable Man


Englische Bücher lesen ist normalerweise nicht unbedingt meine Lieblingsbeschäftigung. Meist ist es mir zu anstrengend, weil ich nicht alles verstehe, langsam lesen muss, Seiten wiederholen muss und Wörter nachschlagen muss, damit ich sie richtig verstehe.

Mit diesem Buch von William Shatner über seinen Freund und Kollegen Leonard Nimoy war es anders. Erstens musste ich das Buch lesen, weil ich es von einem sehr lieben Menschen geschenkt bekomme habe und zweiten interessierte es mich als Star Trek-Fan der ersten Stunde in Deutschland natürlich sehr. Zu oft schrieben irgendwelche Gscheidhaferl (aus dem Bayerischen übersetzt: Schlaumeier) über das Verhältnis der beiden zueinander. Wie sie konkurriert haben, dass sie sich eigentlich gar nicht mochten, über Gagenpoker – wer von den beiden eine höhere Gage verdient hätte usw. Natürlich alles aus „sicherer Quelle“.
Mit diesem Buch aber konnte ich erfahren, wie alles wirklich war. Waren sie so dick befreundet, oder war alles nur eine Show für die Fans? Waren sie Konkurrenten? Was war nach der Zeit von Star Trek? Was wusste Shatner wirklich über Leonard Nimoy, sein Leben, seinen Werdegang, seinen Charakter?

Erfreulicherweise ist dieses Buch sehr leicht lesbar, also auch für Leute wie mich, die nicht fließend Englisch sprechen und verstehen. Es ist nicht unbedingt einfach geschrieben, aber trotzdem sehr gut verständlich und unheimlich spannend.

William Shatner wird ja oft als arrogant, selbstverliebt und langweilig bezeichnet. Auch bei seinen Auftritten auf Conventions. Ich durfte ihn vor ein paar Jahren kennen lernen und kann das absolut nicht bestätigen. Klar lässt er die Fotosessions einfach über sich ergehen, aber es ist auch nicht jedermanns Sache, mit den Fans auf Tuchfühlung zu gehen, Grimassen zu schneiden und hier eine große Fotoshow abzuziehen. Trotzdem liegen ihm seine Fans wirklich am Herzen. Shatner hat damals darauf bestanden, dass kein Fan zu kurz kam, jeder sollte sein Autogramm und sein Foto bekommen, das zog einige Diskussionen mit Betreuer und Agent nach sich, weil er weitere Autogrammstunden und Fotosessions abhalten wollte. Ebenso das Thema mit seinen Panels, als nicht alle Fans in den Hauptsaal passten. Er wollte unbedingt am nächsten Tag, dass die Leute, die ihn im Nebensaal nur via Bildschirm erleben konnten, nun in den Hauptsaal durften. Als ihm erklärt wurden, dass dies Tagesgäste waren, die am Folgetag nicht mehr vor Ort waren, akzeptierte er das natürlich, aber die Enttäuschung war ihm anzusehen.

William Shatner ist ein hochintelligenter Mann, der schnell erkennt, wer ihn nur anschleimt und wer professionell arbeitet. Er ist zu den richtigen Leuten höflich und freundlich, sucht den direkten Augenkontakt und benimmt sich stets wie ein wahrer Gentleman. Seine Fans liegen ihm mehr am Herzen, als so mancher vermuten würde. Er weiß ganz genau, wem er seinen Erfolg zu verdanken hat – den Fans! Und das vergisst er auch nie.

Ich habe William Shatner als ehrlichen Menschen kennengelernt und darum zweifle ich auch keine Sekunde an, dass in seinem Buch über Leonard Nimoy die Wahrheit steht.



Shatner zeigt im Buch sehr fundiertes Wissen über seinen Freund auf, von der Kindheit, von den Anfängen seiner Schauspiellaufbahn, als er sich mit verschiedenen Jobs über Wasser halten musste. Unter anderem jobbte er als Taxifahrer und hatte sogar mal einen sehr berühmten Fahrgast. Einfach selbst lesen, dann erfahrt ihr, wer das war. Natürlich spielt Star Trek im Buch eine sehr große Rolle, von den Anfängen, bis zu den Kinofilmen, Nimoys Regiearbeiten, das Verhältnis zu Gene Roddenberry, das nicht immer einfach war. Ebenso wird viel aus Nimoys Privatleben behandelt, unter anderem das Scheitern seiner Ehe, das Verhältnis zu seinem Sohn, das nicht immer einfach war. Besonders interessant finde ich, wie William Shatner ausführlich und Schritt für Schritt beschreibt, wie Leonard Nimoy seinem Charakter Spock Leben eingehaucht hat, ihm Persönlichkeit gegeben hat und natürlich wie es zum vulkanischen Gruß, zum Nackengriff, „faszinierend“ und anderen unverkennbaren Eigenschaften von Spock kam. Am Anfang war Spock ja nur als Außerirdischer angelegt, ohne Tiefe, ohne Charaktereigenschaften, einfach nur, um ein Alien in der Serie zu haben. Erst Leonard Nimoy hat aus Spock das gemacht, was er ist, was ihn auszeichnet und was den Erfolg von Star Trek ausmacht. Ohne Nimoy wäre Star Trek nie das geworden, was es ist. Leonard Nimoy hat Spock gelebt! Und das nicht nur vor der Kamera.

Natürlich wäre Shatner nicht Shatner, wenn er sich nicht selbst auch in das Buch gut eingebracht hätte. Er hat das sehr schlau angestellt, indem er immer Parallelen zu seinem eigenen Werdegang angeführt hat. Er zeigte auf, was Nimoy zu einem bestimmten Zeitpunkt machte, welche Rollen er spielte und dann natürlich, was er selbst zu dieser Zeit gemacht hat. Ich finde, das passt auch sehr gut, weil man die verschiedenen Arbeiten sieht und miterlebt, wie dann alles zu Star Trek zusammengeführt hat.

Das Entstehen der Freundschaft wird gut beschrieben, die beiden waren ja nicht von Anfang an ziemlich beste Freunde. Auch einige Dinge, die der Fan gern mal ausblendet, bleiben nicht außen vor, wie Leonard Nimoys Probleme mit Alkohol. Eifersucht, Differenzen beim Dreh, als Leonhard Nimoy Regie führte, Späße, als sie sich gegenseitig am Set gefoppt haben – ich sage nur Fahrrad. Und natürlich geht es auch ausführlich um den Fotografen Leonard Nimoy.







Ich kann dieses Buch jedem Fan nur ans Herz legen. Es ist ehrlich, warmherzig und voller Leidenschaft geschrieben. Meines Wissens gibt es (noch) keine deutsche Version davon, aber das soll niemand abhalten, die englische Originalversion zu lesen. Es ist auch für Leute mit mäßigen Englischkenntnissen sehr gut lesbar und verständlich. Holt euch das Buch und lest alles über die 50-jährige Freundschaft zwischen Leonard Nimoy und William Shatner.









Beispielsweise könnt ihr das Buch hier bei Amazon bestellen.

Autor: Brigitte

Fotos: Brigitte 

Sonntag, 29. Mai 2016

Going Back to Hogwarts


Ich liebe Harry Potter. Auch wenn ich mich in vielen Fandoms zu Hause fühle, die verschiedensten Charaktere cosplayen möchte und sehnsüchtig auf neue Bücher/Filme/Folgen von allem möglichen warte: Nichts davon ist Harry Potter. Nachdem ich die ersten Bücher gelesen hatte, ging das ganz schnell. Von ersten nächtlichen Buchlädenbesuchen, um das neue Buch um Mitternacht in der Hand zu halten über lautes Mitsingen bei sämtlichen Very Potter Musical Songs und frühes Aufstehen um ja in die Pottermore-Beta zu kommen, bis zur Gründung unseres regionalen The Harry Potter Alliance Chapters. Ich war bei allem dabei. Und dieses Jahr ging es dann zum ersten Mal für mich nach London.
Ich war bereits die gesamte Woche vorher extrem aufgeregt. London mag nicht Hogwarts sein, aber zumindest befindet sich dort King's Cross. Der Ort an dem Harry sein Muggle-Leben verlässt und tatsächlich zum Zauberer wird. Auch der Eingang zur Winkelgasse hinter dem Tropfenden Kessel befindet sich hier. Im Gegensatz zu King's Cross ist der Weg zur Winkelgasse für Mugglebesucher leider weder ausgeschildert, noch so einfach zu finden, aber dazu später mehr.
Kaum in London angekommen, war unser erster Gang selbstverständlich nach King's Cross. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch der festen Überzeugung, ich würde irgendwo gegen eine Wand rennen können. Leider wurde dies von den baulichen Begebenheiten unmöglich gemacht. Das King's Cross der realen Welt hat im Gegensatz zum Potterverse nicht wirklich eine Stelle zwischen den Gleisen 9 und 10 die sich für einen magischen Übergang eignen würde. Stattdessen gibt es eine große, für Touristen und Fans gleichermaßen, hergerichtete Fotomöglichkeit, um mit Gepäckwagen und Hausschal „durch die Wand zu laufen“. Die Fotos kennt sicher jeder, ob in der Variante professionell gemacht und für recht viel Geld gekauft oder von einer mitgebrachten Person schnell einen zusätzlichen Schnappschuss gemacht. Sich in die Schlange zu stellen und in Position gebracht zu werden, kostet ja noch nichts. Interessanter war für mich dann jedoch der Laden bei Gleis 9 ¾.
Ich liebe Merchandise, besonders Harry Potter Merchandise und noch mehr Dinge, die innerhalb ihres Universums funktionieren. Dementsprechend begeistert war ich von der Möglichkeit Ollivanders T-Shirts, Zauberstäbe und Tickets für den Hogwarts Express kaufen zu können. Auch die verhältnismäßig große Auswahl an Merchandise für die nicht-Gryffindor Häuser hat mir gefallen. Einzig die Tatsache, dass Ravenclaw-Merchandise sich immer am Filmdesign orientiert hat und somit in blau/silber und einem Rabensymbol, anstatt blau/bronze mit Adler, gehalten ist, hat mich davon abgehalten, den Laden leer zu kaufen.
Am nächsten Morgen ging es für uns dann zum eigentlichen Highlight unserer London Reise: Die Harry Potter Studio Tour in Leavesden. Wir hatten die erste Tour morgens gebucht, um die größtmögliche Menge an Zeit zu haben, um uns auch wirklich alles anzusehen. Leider war der Busfahrer des Shuttle Busses nicht auf unserer Seite und somit kamen wir etwas zu spät zu unserer Tour, was allerdings überhaupt kein Problem darstellte. Außer dass bereits Leute vor uns in Hogwarts waren. Mmmpf.
Die Tour selbst war großartig. Von riesigen Türen, welche einen in die Große Halle führen zu den kleinsten Details in Sets, die in den Filmen kaum aufgefallen sind. Es war möglich, die Kostüme von Nahem zu betrachten, komplette Sets wie den Gryffindor Common Room oder Dumbledores Office anzusehen und natürlich unzählige Fotos von allem zu machen. Besonders interessiert haben mich natürlich spezifische Kleinigkeiten. Ich stand ewig vor dem Teppich mit dem Stammbaum der Familie Black um ihre Verwicklungen und Verhältnisse zu anderen Zauberer Familien zu sehen. Ich habe die ausgestellten Kostüme genauestens betrachtet und ich habe versucht Leute auf Portraits zu erkennen (wie beispielsweise McGonagall im Gryffindor Common Room).
Der nächste Bereich kam uns nach dem vorherigen Tag tatsächlich bereits bekannt vor, denn hier befanden wir uns wieder in King's Cross. Diesmal war jedoch auch der Hogwarts Express vor Ort und es gab diverse Fotobereiche mit verschiedener Ausstattung für die berühmten 9 ¾ Fotos. Auch im Außenbereich der Tour gab es unzählige Möglichkeiten Fotos zu machen, mit dem Knight Bus, Godric's Hollow oder im Privet Drive (Ligusterweg), für alle, die stolz darauf sind, ganz und gar normal zu sein.
Nach einem Einblick in die Entwicklung der verschiedenen nicht-menschlichen magischen Wesen in den Filmen, ging es dann – ganz ohne Umweg durch den Tropfenden Kessel – in die Winkelgasse. Das Set ist so groß und komplett und verwinkelt, dass es einfach ist für einen Moment die Realität zu vergessen. Und so hat mir nur (ein offener) Florean Fortescues Eissalon gefehlt um mich dort hinzusetzen und einfach den Rest des Tages zu genießen. Leider war dieser jedoch, wie all die anderen Geschäfte, geschlossen und so mussten wir nach einem kurzen Schaufensterbummel weiter in eine riesige Halle in der sich das Modell von Hogwarts befindet. Und das war durchaus beeindruckend. Nicht nur die Größe, sondern auch die Möglichkeit es von allen Seiten zu betrachten und gemeinsam zu spekulieren wo sich welche Gemeinschaftsräume oder andere nicht genau lokalisierbare Schauplätze der Bücher befinden, machte den Anblick zu etwas ganz besonderem.
Abschließend, wie könnte es anders sein, endet die Tour natürlich in einem Shop. Und auch wenn ich auf Grund meines jugendlichen Aussehens fast nicht reingelassen wurde (die Mitarbeiterin war ganz knapp davor mich danach zu fragen wo meine Aufsichtsperson ist), war auch dieser ein Erlebnis. Neben vielem, was sich durchaus auch als Schrott bezeichnen lässt, gab es auch wieder einiges wunderbares zu Entdecken. Von Ministerium T-Shirts, zu Marauder's Map Tassen und wunderschönen Hufflepuff Hoodies. Besonders hatte es mir hier das Quidditch Merchandise angetan, doch leider gab es das Chudley Cannons Shirt nicht mehr in meiner Größe.
Am nächsten Tag, bevor wir London wieder verlassen mussten, haben wir natürlich nochmal am Gleis 9 ¾ vorbei geschaut. Und auch wenn vieles der Harry Potter Erlebnisse in London natürlich auf den maximalen (Geld)gewinn ausgelegt ist, das meiste davon sich ausschließlich an den Filmen zu orientieren scheint und man sich diese Orte mit hunderten von anderen Touristen teilt, konnte ich in diesem Moment J.K. Rowling nur komplett zustimmen: „Whether you come back by page or by the big screen, Hogwarts will always be there to welcome you home.“

Autorin: Patricia
Bilder: Patricia & Sabrina